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James Brolin – Der Mann, der Hollywood sechs Jahrzehnte lang prägte
James Brolin, geboren am 18. Juli 1940 in Los Angeles als Craig Kenneth Bruderlin, zählt zu den beständigsten und vielseitigsten Schauspielerpersönlichkeiten, die die amerikanische Unterhaltungsindustrie je hervorgebracht hat. In einer Branche, die auf Kurzlebigkeit und Skandale setzt, hat er das Gegenteil bewiesen: kontinuierliches, handwerklich exzellentes Schaffen über mehr als sechs Jahrzehnte.
Herkunft und frühe Jahre: Von Santa Monica in die Traumfabrik
Aufgewachsen in Santa Monica, Kalifornien, entstammte Brolin einem bodenständigen Elternhaus – sein Vater führte ein Bauunternehmen, seine Mutter war Hausfrau. Der junge Craig hatte dennoch andere Vorstellungen von seiner Zukunft. Nach dem Studium an der UCLA begann er Ende der 1950er Jahre mit ersten Kleinstrollen in Western und Kriminalserien.
Der entscheidende Schritt war die Namensänderung: Aus Craig Bruderlin wurde James Brolin – klangvoller, eingängiger, besser vermarktbar. Ein bewusster Akt der Selbstinszenierung, der zeigt, dass er das Spiel Hollywoods von Anfang an verstand. Bis sein wirklicher Durchbruch kam, dauerte es noch rund zehn Jahre – aber als er schließlich kam, war er gewaltig.
Der Durchbruch mit „Marcus Welby, M.D.“
1969 war das Schlüsseljahr. Als Dr. Steven Kiley, der energische Jungarzt an der Seite des väterlichen Marcus Welby (Robert Young), avancierte Brolin schlagartig zur Kultfigur des amerikanischen Abendprogramms. Die Arztserie auf ABC lief bis 1976 – sieben Staffeln, über 170 Episoden – und war zwischenzeitlich die meistgesehene Sendung der gesamten Vereinigten Staaten.
1970 erhielt er den Emmy Award als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie. Das war kein Zufallstreffer. Brolin lieferte Woche für Woche eine verlässliche, menschliche Leistung, die beim Publikum ankam. Kein Overacting, kein Selbstdarstellertum – nur solides, überzeugendes Spiel.
Vom Bildschirm auf die große Leinwand
Parallel zum TV-Erfolg begann Brolin, gezielt Kinoausflüge zu unternehmen. 1973 übernahm er die Hauptrolle in Michael Crichtons Science-Fiction-Thriller Westworld – einem Film, der Jahrzehnte später als direkte Vorlage für die gefeierte HBO-Serie dienen sollte. Brolin spielte einen Freizeitpark-Urlauber, der gegen einen außer Kontrolle geratenen Roboter um sein Leben kämpft. Der Film war seiner Zeit schlicht voraus.
Dann kam The Amityville Horror (1979). Brolin als Familienvater George Lutz, der mit seiner Familie in ein dämonisch heimgesuchtes Haus in Long Island einzieht – ein Horrorklassiker, der weltweit über 86 Millionen Dollar einspielte, bei einem Budget von gerade sechs Millionen. Der kommerzielle Erfolg war eindrucksvoll; für Brolin war er der Beweis, dass er auch abseits des TV-Formats zugkräftig war.
„Hotel“ und die Rückkehr zur Primetime
In den frühen 1980er Jahren entschied sich Brolin bewusst für eine Rückkehr ins Serienformat – diesmal als echter Star. Von 1983 bis 1988 spielte er in Aaron Spellings Produktion Hotel den Hotelmanager Peter McDermott. Die Primetime-Soap auf ABC wurde ein Millionenerfolg und machte Freitagabend zur festen Verabredung für ein Massenpublikum.
Hotel war kein Kunstkino – das wusste auch Brolin. Aber er brachte die Rolle mit einer Selbstverständlichkeit und Souveränität, die viele seiner Kollegen schlicht nicht hatten. Der charmante Macher, der die Dinge im Griff hat – diese Qualität hat Brolin in Dutzenden Rollen verkörpert, und das Publikum hat sie ihm jedes Mal abgenommen.
James Brolin als Regisseur und kreativer Gestalter
Was außerhalb der Fan-Diskussionen oft untergeht: Brolin trat immer wieder auch als Regisseur in Erscheinung. Er inszenierte mehrere Episoden der Serien, an denen er selbst mitwirkte, und entwickelte über die Jahre ein ausgeprägtes Gespür für Produktionszusammenhänge. In der Branche galt er als einer jener seltenen Schauspieler, die nicht nur ihren Text kennen, sondern das gesamte handwerkliche Gefüge einer Produktion durchschauen.
Dieses Verständnis machte ihn zum gefragten Gesprächspartner für Produzenten und Regisseure gleichermaßen – und half ihm, seine Karriere aktiv zu formen statt passiv zu empfangen.
Josh Brolin: Ein Vater, ein Sohn, zwei Karrieren
Kaum ein anderes Vater-Sohn-Gespann in Hollywood ist so bemerkenswert wie dieses. Josh Brolin, geboren 1968 aus James‘ erster Ehe mit der Schauspielerin Jane Cameron Agee, hat sich zu einem der prägendsten Charakterdarsteller seiner Generation entwickelt. No Country for Old Men, Milk, Sicario, Avengers: Infinity War – Josh hat in Rollen brilliert, die kaum unterschiedlicher sein könnten.
James Brolin verfolgte diesen Aufstieg mit sichtlichem Stolz. In Interviews betonte er stets, dass Josh seinen Weg ohne väterliche Schiebetüren gegangen sei – ein Aussage, die angesichts der Härte des Auswahlprozesses in Hollywood durchaus glaubwürdig klingt. Aus seiner ersten Ehe hat er neben Josh auch Sohn Jess. Mit seiner zweiten Ehefrau Jan Smithers, mit der er von 1986 bis 1995 verheiratet war, hat er Tochter Molly.
Barbra Streisand: Eine Ehe, die hält
1996 begegnete Brolin auf einer Dinnerparty der Musiklegende Barbra Streisand. Was folgte, ist eine der bemerkenswertesten Liebesgeschichten, die Hollywood in den letzten dreißig Jahren erlebt hat. Am 1. Juli 1998 heirateten die beiden auf seinem Anwesen in Malibu – er 57, sie 56 Jahre alt.
Die Ehe steht bis heute – ein Kuriosum in einer Branche, die für ihre Scheidungsquoten fast so bekannt ist wie für ihre Filmpreise. Beide engagieren sich politisch auf der Seite der Demokraten, beide nehmen das Leben mit der Gelassenheit von Menschen, die wissen, was wirklich zählt. Bei Streisands seltenen Konzertauftritten sitzt Brolin häufig im Publikum: diskret, stolz, ohne Aufhebens.
Anhaltende Präsenz und spätes Schaffen
Auch jenseits der 80 hat er sich nicht aus dem Blickfeld zurückgezogen. In der CBS-Familienkomödie Life in Pieces (2015–2020) spielte er den Familienpatriarchen John Short und lieferte eine charmant-witzige Serienleistung, die einer neuen Generation von Zuschauern seinen Namen näherbrachte. Gastauftritte, Preisverleihungen, Auftritte an der Seite von Streisand – das ist keine Karriere, die ausblendet, sondern eine, die sich organisch weiterentwickelt.
Seine Biografie liest sich wie ein Kompendium amerikanischer Fernsehgeschichte: vom Schwarzweiß-Western der frühen 1960er bis hin zum zeitgenössischen Streaming-Zeitalter. Sechs Jahrzehnte Präsenz in einem Geschäft, das Beständigkeit selten belohnt – das ist James Brolins eigentliche Leistung.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Frage: Wie alt ist James Brolin und wo wurde er geboren?
Antwort: James Brolin wurde am 18. Juli 1940 in Los Angeles, Kalifornien, geboren und ist damit im Jahr 2025 84 Jahre alt. Sein bürgerlicher Geburtsname lautet Craig Kenneth Bruderlin; den Künstlernamen James Brolin nahm er zu Beginn seiner Schauspielkarriere an.
Frage: Mit wem ist James Brolin verheiratet und seit wann?
Antwort: James Brolin ist seit dem 1. Juli 1998 mit der Sängerin und Schauspielerin Barbra Streisand verheiratet. Es ist seine dritte Ehe – zuvor war er mit Jane Cameron Agee (1966–1984) und Jan Smithers (1986–1995) verheiratet. Die Ehe mit Streisand gilt als eine der stabilsten Verbindungen in der modernen Hollywoodgeschichte.
Frage: Wofür hat James Brolin einen Emmy Award gewonnen?
Antwort: James Brolin gewann den Emmy Award im Jahr 1970 als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie für seine Darstellung des Dr. Steven Kiley in der Arztserie Marcus Welby, M.D., die von 1969 bis 1976 auf dem Sender ABC ausgestrahlt wurde und zwischenzeitlich die meistgesehene Sendung im amerikanischen Fernsehen war.
Frage: Ist Josh Brolin wirklich der Sohn von James Brolin?
Antwort: Ja, Josh Brolin ist der leibliche Sohn von James Brolin. Er wurde 1968 aus dessen erster Ehe mit der Schauspielerin Jane Cameron Agee geboren. Josh Brolin ist heute einer der bekanntesten Charakterdarsteller Hollywoods, unter anderem bekannt durch seine Rollen in No Country for Old Men und als Bösewicht Thanos im Marvel Cinematic Universe.
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